25 Jahre Hobbybrauer Himmelkron 1992 - 2017

Ein kleiner Einblick in die Biergeschichte Himmelkrons:


Für alle  Freunde des echten, realen Gerstensafts, Braufreunde des Selbstgebrauten und Biergenießer:

 

Willkommen in Himmelkron, hier im Grampphof auf biergetränkter Erde, (das sauere Bier lassen wir immer in der Wiese ablaufen), hier an einem Ort der Bierkompetenz (2,4% der Himmelkroner brauen selbst, 24% des Gemeinderats haben es schon bewiesen und 100% der Bürgermeister), einer Region Oberfranken, die über das älteste Wissen über das Bierbrauen auf dem europäischen Festland verfügt, wo in jedem Ort gebraut wird und das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wird.

 

Wo heute aber auch holländische, belgische und amerikanische Braugiganten versuchen uns den kleinsten, gemeinsamen Nenner, auf den sich ein Biertrinker noch einlassen kann, als das Optimum des Geschmacks zu verkaufen. Die letztlich so groß und marktbeherrschend geworden sind, weil sie von dem Wissen um das Bierbrauen aus unseren Landkreis profitiert haben.

 

Warum ist das so?

 

Grundsätzlich ist Europa zweigeteilt, in den Süden der Wein anbaut und in den Norden, der alkoholische Getränke aus Honig und Getreide herstellte. Der Limes könnte daher als eine Art „Bieräquator“ herhalten. Himmelkron befand und befindet sich eindeutig in der nördlichen Hemisphäre dieser Weltanschauung.

 

Der älteste Nachweis von Bier - bzw. des Brauens auf deutschem Boden - stammt aus der Zeit um 800 v. Chr. Es handelt sich um Bieramphoren der frühen Hallstattzeit, die 1935 in Heubsch in der Nähe von Kulmbach gefunden wurden.

 

Die Irischen Wandermönche Kilian, Kolonat und Totnan brachten uns im 7. Jahrhundert neben dem Christentum auch das Wissen um den Erbau von Brauereien mit (St. Gallus). In Irland war es Brauch nach dem Kirchgang Bier zu trinken (so wurden die Iren davon überzeugt zum christlichen Glauben zu wechseln). Was die Nähe von Kirche-Brauerei-Gasthaus erklärt und bis heute zu sehen ist, hier in Himmelkron übrigens auch.

 

Ein weiterer Beleg für die profunden Bierkenntnisse unseres Landstrichs lieferte 1475 unser Markgraf Albrecht, genannt Achilles auf der Landshuter Hochzeit ab. Er wurde ausgewählt um die Bierversorgung der Gäste zu organisieren. Die gleiche Markgrafen-Linie errichtete 1607 in Himmelkron eine fürstliche Brauerei. Der Flurname „Am Hopfen“ in Himmelkron zeugt vom Rohstoffanbau dafür.

 

Das Grampphaus vor dem wir sitzen, ist früher eine Klosterwirtschaft gewesen, Bier wurde hier von der Familie Adam Grampp bis 1902 gebraut. 10 Jahre später wurde Anna Grampp geboren, die letzte Wirtin, deren Großvater Adam wohl gewesen ist. 1953 stellte die letzte von ehemals sieben Himmelkroner Brauereien den Betrieb ein.

Erst 40 Jahre später wurde wieder auf gleichem Grund eine Brauerei errichtet.

 

Um den Kreis (in unserem Landkreis) begonnen mit dem Bieramphoren Fund in Heubsch zu schließen, führt uns der Weg in das von Heubsch 4 km entfernte, benachbarte Berndorf in dem Carl von Linde geboren wurde. Mit seiner bahnbrechenden Erfindung (Carl von Linde konstruierte 1873 bis 1876 die Kältemaschine mit Ammoniak als Kältemittel) gelang es die Brauerei voll zu industrialisieren. Dadurch konnte das Brauen unabhängig von den Außentemperaturen erfolgen und das Bier auch länger gelagert werden. Dies begünstigte den Aufstieg von Großbrauereien bis hin zu Braukonzernen und den Niedergang der handwerklich geprägten Braukunst.

 

So, jetzt wisst ihr Bescheid, warum es zu unserem Jubiläum 3 Biersorten im Ausschank gibt und am Samstag ein Irish Folk Konzert stattfindet:

 

1.     Der Gramppus, benannt nach dem Grampphaus, vor dem wir uns befinden, unser typisch fränkisches Kellerbier, das immer noch ohne die Erfindung der Kältemaschine gebraut werden kann,

 

2.     Der Mc Gramppus, der wie das irische Guinness, schwarz wie die Nacht ist und nach jedem Kirchgang von uns empfohlen wird, und

 

3.     Das Anna-Weizen, benannt nach der Anna Grampp, unserer letzten Verbindung zum Bierbrauen auf diesem Grund und Boden und Weißbier, weil das lange Zeit nur den Fürsten vorbehalten war zu brauen.